Traumapädagogik / Traumazentrierte Fachberatung (FVTP)

nach der neuen Richtlinie der DeGPT in Kooperation mit dem Ausbildungsinstitut WZPP

Die Ausbildung besteht aus einer gemeinsamen Grundausbildung (7 Module / 116 Stunden) und einer Vertiefungsausbildung in der Fachrichtung “Traumapädagoge” oder  “Traumazentrierte Fachberatung” (jeweils 34 Stunden).  Es müssen insgesamt 150 Stunden für eine Fachrichtung besucht werden. Für die Doppelqualifikation “Traumazentrierter Fachberater und Traumapädagoge” sind es 184 Stunden.

Jedes Modul dauert 2 Seminartage.
Veranstaltungsort ist Viersen (Dülken). Dozenten: Gunda Frey und Diana Steen

Modul 1

Ein Netzwerk von verschiednen Helfersystem ist in der Arbeit mit traumatisierten Menschen eine wichtige Grundlage. Daher legen wir in diesem Modul viel Wert auf einen guten Gruppenfindungsprozess. Des Weiteren wird jeder Teilnehmer nach diesem Modul u.a. auch  durch Übungseinheiten befähigt sein, Traumata zu erkennen und zu erklären sowie die Zusammenhänge von Trauma und Verhalten zu verstehen (stressorbasierter Ansatz).

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Einführung und Geschichte der Psychotraumatologie
  • Ausführliche Traumadefinition inklusive Darstellung der einzelnen Symptome und deren Auswirkungen
  • Kategorisieren der Traumatisierung
  • Pränatale, perinatale, und frühkindliche Traumata, Entwicklungsstörung nach Frühtraumatisierung
  • Theorie der strukturellen Dissoziation bis zur Dissoziationsstörung
  • Neurophysiologisches Erklärungsmodell von Trauma
  • Risiko- und Schutzfaktoren
  • Traumaedukation

 

Modul 2

Stabilisierung und Affektregulierung sind wichtige Voraussetzungen für die Arbeit mit traumatisierten Menschen. Getreu nach dem Motto: „Der Klient ist stabil, wenn der Pädagoge/Fachberater stabil ist“ liegt der Schwerpunkt diesen Moduls in der Selbsterfahrung.

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Konzepte Selbstermächtigung
  • Selbsterfahrung im Hinblick auf eigene Ressourcen
  • Erstellen einer Ressourcenlandkarte
  • Verstehen des Zusammenhangs von Selbstwahrnehmung, Selbstkontrolle und Selbstwirksamkeit
  • Beziehungsaufgabe und Gestaltung in der Traumaarbeit
  • Reflexion eigener Handlungsweisen, Emotionen, Impulse und innerer Haltung
  • Strategien zur körperlichen Stabilisierung
  • Selbsterfahrung und Supervision

 

Modul 3

In diesem Modul geht es um die Vertiefung der Inhalte von Modul 2. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Vermittlung und praktischen Einübung von Techniken der Stabilisierung mit dem Klienten.

  • Selbstregulationstechniken
  • Entspannungstechniken
  • Übung zum Dissoziationsstop
  • Körperübungen
  • Soziale Stabilisierung
  • Imaginative/hypnotherapeutische Techniken, wie z.B. Sicherer Ort, Skillstraining
  • Techniken zur Selbstberuhigung und Selbstfürsorge
  • Grundlagen kognitiver Umstrukturierung
  • Selbsterfahrung und Supervision

 

Modul 4

In diesem Modul werden die Grundlagen der Versorgung akut traumatisierter Menschen gelehrt, mögliche Intervention vorgestellt und eingeübt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Umgang mit selbstverletzendem und suizidalem Verhalten. Es ist zudem Raum für Supervision und Selbsterfahrung.

  • Zentrale Aspekte traumasensibler Arbeit
  • Basisstrategien bei akuten und komplexen Traumatisierungen
  • Differenzierung von Notfallversorgung, Krisenintervention
  • Darstellung von Phasenverlauf und Erscheinungsbildern akuter Traumatisierungen
  • Traumaspezifische Krisenintervention
  • Verhinderung von Folgetraumatisierungen, Unterstützung natürlicher Verarbeitungsprozesse
  • Kritischer Einsatz von Akutinterventionen
  • Umgang mit Dissoziation, selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität

 

Modul 5

Umgang mit Trauma­verarbeitungs­prozessen in verschiedenen trauma­zentrierten Handlungs­feldern ist Schwerpunkt diesen Moduls. Unterschiedliche Verfahren werden vorgestellt. Sinnvolle Unter­stützung / Begleitung spontaner Trauma­verarbeitungs­prozesse werden erarbeitet und eingeübt.

  • Traumtherapeutische Behandlungsverfahren
  • Vorstellung von EMDR, IRRT, DbT, Exposition, TRIMB
  • Egostate, Arbeit mit dem inneren Kind und der inneren Familie
  • Klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers
  • Professionelles Selbstverständnis entwickeln
  • Konsequente wertschätzende und ressourcenorientierte Grundhaltung mit Hilfe von Rollenspielen und Übungen
  • Beziehungsaufbau und Gestaltung in der Traumaarbeit
  • Selbsterfahrung und Supervision

 

Modul 6

Die Beziehungsgestaltung in der traumazentrierten Arbeit ist maßgeblich von den eigenen Ressourcen und der eigenen Selbstfürsorge abhängig. In diesem Modul werden die notwendigen Grundlagen hierfür erarbeitet und für jeden persönlich umsetzbar gemacht.

  • Selbstfürsorge und Mitarbeiterinnenfürsorge
  • Eigene Belastungsanalyse
  • Eigene Methoden zur Stressreduktion
  • Umgang mit Gewalt und Selbstschutz
  • Burnoutprophylaxe
  • Strukturelle Voraussetzungen der Selbstfürsorge (Mitbestimmung, Partizipation, klare Strukturen und Verantwortlichkeiten)
  • Reflexion des eigenen Arbeitsfeldes im Hinblick auf traumaspezifischer Handlungsfelder, Förderung der Professionalisierung
  • Verhinderung von Traumadynamiken
  • Selbsterfahrung und Supervision

 

Modul 7

Schwerpunkt diesen Moduls liegt in der Supervision. Jeder Teilnehmer bekommt die Möglichkeit seine Fälle und Anliegen vorzustellen und Fragen beantworten zu lassen. Der Abschluss der Grundausbildung beinhaltet auch die Klärung der organisatorischen Dinge und die weitere Vorgehensweise für die Zertifizierungsbedingungen gemäß des gewählten Schwerpunktes. Zusätzlich werden folgende Inhalte weitergegeben.

  • Trauma und Trauer
  • Opferschutz
  • Gesetzliche Grundlagen
  • Kinderschutz

 

Modul 8a

Dieses Modul beinhaltet alle Grundlagen der traumazentrierten Fachberatung in verschiedenen Kontexten und mit verschiedenen Zielgruppen. Weitere Inhalte sind:

  • Allgemeines Hintergrundwissen zur Traumaberatung und traumazentrierten Fachberatung
  • Traumaberatung bei verschiedenen Zielgruppen
  • Orientierung und Beratungsplanung des Beratungsprozesses an zentralen Personen- und Settingvariablen
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Traumaberatung und Traumatherapie
  • Grenzen der Beratung und Notwendigkeit der Weitervermittlung erkennen

 

Modul 8b

In diesem Modul werden die einzelnen Projekte und Fälle vorgestellt und supervidiert.

 

Modul 9a

Dieses Modul beinhaltet die Grundlagen der Traumapädagogik und traumapädagogischen Basisstrategien. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in dem Erkennen der eigenen Bindungserfahrung als Grundlage für das Erkennen von Übertragung und Gegenübertragung.

  • Geschichte der Traumapädagogik
  • Konzeptionelle Ansätze der Traumapädagogik
  • Pädagogik des sicheren Ortes, Pädagogik der Selbstbemächtigung, gruppenzentrierte Traumapädagogik
  • Beziehungsarbeit in der Traumapädagogik
  • Bindungs- und beziehungsorientierte Pädagogik
  • Reflexion der eigenen Lebens- und Bindungserfahrung
  • Traumafolgen in der Gruppe mit eigener Dynamik
  • Sensibler Umgang mit Bezugspersonen
  • Methodik der Übertragungsfalle

 

Modul 9b

In diesem Modul werden die einzelnen Projekte und Fälle vorgestellt und supervidiert.

 

Kosten pro Seminartag: 180 €;  das Gesamtcurriculum kostet 3240 €. Jedes Modul dauert 2 Seminartage.
Das gesamte Curriculum umfasst 150 Fortbildungsstunden.
Veranstaltungsort ist Viersen (Dülken). Die Seminarzeiten sind jeweils von 9:00 – 17:00 Uhr.
Die einzelnen Fortbildungs-Module finden am Wochenende statt.

Anmeldung und weitere Informationen

Die verbindliche Anmeldung kann schriftlich oder online erfolgen (über diese Website). Sie erhalten eine Anmeldebestätigung von uns. Die Stornogebühr beträgt 30 € bis drei Wochen vor Seminarbeginn: Danach wird der gesamte Betrag fällig, sofern kein Teilnehmer von der Warteliste nachrückt.

Es gibt die Möglichkeit eines Einzelabschlusses oder die eines Doppelabschlusses.

Kosten pro Seminartag: 180 €;  das Gesamtcurriculum kostet 3240 €. Jedes Modul dauert 2 Seminartage.
Das gesamte Curriculum umfasst 150 Fortbildungsstunden.
Veranstaltungsort ist Viersen (Dülken). Die Seminarzeiten sind jeweils von 9:00 – 17:00 Uhr.
Die einzelnen Fortbildungs-Module finden am Wochenende statt.
Mit der ersten Zahlung erklären Sie sich mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen einverstanden. Die Kosten der weiteren Seminare sind drei Wochen vor Beginn des jeweiligen Seminares zu zahlen. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung von uns.


Für die Zertifizierung sind folgende Bedingungen zu erfüllen:

1. Absolvierung des gesamten Curriculums
2. schriftliche Ausarbeitung von drei Interventionen, davon min. eine Videoaufnahme oder ein Fall
3. eine Projektvorstellung und eine anonymisierte Fallvorstellung (mündlich wie schriftlich)
4. Die Zertifizierungsgebühr von 30 Euro (Bearbeitung und Urkunde) muss bezahlt sein.
5. Für diese Zertifizierung wird für alle Berufsgruppen eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld gefordert.

Doppelabschluss:
Es gelten die leben genannten Bedingungen. Weiterhin muss eine umfangreiche Falldarstellung angefertigt werden, diesem Setting des zusätzlichen Weiterbildungsschwerpunkt entspricht (schriftlich wie mündlich, entlang eines vorgegebenen Schemas und durch Originaldokumente belegt)


Mit der Zertifizierungsurkunde von FreyMuT erhalten Sie dann bei der
DeGPT oder bei dem Fachverband Traumapädaggik FV-TP ohne weitere Prüfung das Zertifikat „Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung “ (DeGPT).

 

Es ist aber auch möglich, jedes Modul individuell, ohne dem Ziel der Zertifizierung, zu besuchen. Für jedes Modul wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Am Ende der Ausbildung erhalten Sie ein Zertifikat als Nachweis.

 

Zugangsvoraussetzungen zur Zertifizierung nach DeGPT und Fachverband Traumapädagogik:  

Deutschland

Hochschul- und Fachhochschulabsolventen mit psychologischen, pädagogischen oder verwandten Abschlüssen. Zugelassen sind auch Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe insbesondere Erzieher, Pflegefachkräfte, Ergotherapeuten, Hebammen und Logopäden. Für alle Berufsgruppen wird eine mind. dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld gefordert.

Schweiz

(Fach-) Hochschulabsolventen mit psychologischen, pädagogischen oder verwandten Abschlüssen zugelassen ebenso wie Master oder Lizentiat in Psychologie, Dipl. Psychologen (HAP/FH), Ärzte ohne anerkannte Weiterbildung in Psychotherapie, Theologen und Soziologen, darüber hinaus Absolventen von Fachhochschulen (FH) oder höherer Fachschulen (HF) wie Dipl Sozialarbeiter, Dipl Sozialpädagogen, Dipl Heilpädagogen, ferner Beratungslehrer und Erzieher (HF), Sonderpädagogen, Logopäden, Ergotherapeuten und Dipl Pflegefachkräfte (HF oder FH). Für alle Berufsgruppen wird eine mind. dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld gefordert.

Weitere Fortbildungen:
– Traumatherapie